Interview zum Thema „Nachhaltigkeit bei Brenntag im Bereich Cosmetics“ mit Patrick Koch, Business Manager Pharma/Cosmetics DACH

Herr Koch, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein sind momentan in aller Munde. Wie erleben Sie den Wandel in der Kosmetik?

Patrick Koch: Die Wahrnehmung der Verbraucher und die Sicht auf die Kosmetikbranche haben sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Kunden und Verbraucher beschäftigen sich mittlerweile intensiv mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ in der Kosmetik und wissen genau, worauf zu achten ist. Wer heute Kosmetika kauft, will dies begleitet von einem guten Gefühl tun gepaart mit der Gewissheit, Umwelt, Mensch und Tier zu schützen.

Was bedeutet dieses Umdenken in der Gesellschaft für Unternehmen?

Patrick Koch: Die Sensibilisierung der Verbraucher im Bereich Kosmetik ist sicherlich eine Herausforderung, aber auch eine große Chance, sich optimal zu positionieren und vom Wettbewerb abzugrenzen – auch oder gerade für uns in der Distribution. Es kommt darauf an, im Bereich Nachhaltigkeit ein zeitgemäßes und glaubhaftes Image als Unternehmen aufzubauen. Nachhaltiges Handeln stärkt auch die Wirtschaftlichkeit. Wenn dies nicht gelingt, wird ein Unternehmen meiner Meinung nach kaum Zukunft in der Branche haben.

Wie stellt sich Brenntag auf, um auch zukünftig ganz vorne dabei zu sein?

Patrick Koch: Wir als Brenntag achten beispielsweise im Bereich Naturkosmetik darauf, dass die Rohstoffe unserer Lieferanten zunehmend aus nachhaltigem Anbau stammen und umweltschonend hergestellt werden. Mittlerweile verfügen wir über eine Vielzahl von natürlichen Rohstoffen in unserem Lieferprogramm, die zum Beispiel Ecocert- und COSMOS-zertifiziert sind. Wir bauen unser Portfolio in diesem Bereich permanent aus.

Und worauf achten die Kunden?

Patrick Koch: Der Kunde möchte eine größtmögliche Transparenz zu den Rohstoffen und zum Herstellungsprozess erhalten. Hier liegt für uns eine weitere Chance, unser Image als Anbieter von nachhaltigen Rohstoffen zu schärfen. Wir müssen deutlich mehr über dieses Thema mit unseren Kunden sprechen.

Wie helfen bei einem solchen Kundendialog digitale Vertriebskanäle?

Patrick Koch: Unser neues E-Commerce-Tool BrenntagConnect ist ein wichtiges Werkzeug. Hier können wir unseren Kunden auf einen Blick Informationen bieten, die sie bei der Auswahl der passenden Produkte unterstützen. Dazu zählen auch wichtige Details zu den nachhaltigen Aspekten.

Bei BrenntagConnect werden auch Produktinformationen wie „vegan“ oder „100 % biologisch abbaubar“ angegeben.

Patrick Koch: Mit gutem Grund! Denn solche Claims spielen für immer mehr Verbraucher eine wichtige Rolle. Wir haben beispielsweise ein veganes, synthetisches Bienenwachs im Lieferprogramm. Das findet unter anderem Verwendung bei der Herstellung von Lippenpflegeprodukten. Es geht aber auch um die Verwendung von recyclebaren Verpackungen beispielsweise aus Glas oder Bambus sowie generell um plastikfreie Kosmetikprodukte. Erste Drogeriemärkte fahren derzeit Versuche mit Auffüllstationen für verschiedene Produkte. Der Kunde bringt sein eigenes Behältnis in den Drogeriemarkt mit, füllt es mit dem jeweiligen Wunschprodukt wieder auf und produziert so weniger Müll.

Das sind gute Ideen. Wie beteiligt sich Brenntag an einem kreativen Nachhaltigkeitsprozess?

Patrick Koch: Wir entwickeln in unseren Kosmetiklabors nachhaltige Rezepturen für innovative Produkte. Wir haben beispielsweise eine wasserfreie Seife kreiert, die von unseren Kunden sehr gut angenommen wird. Der Verzicht auf Wasser als wertvolle und global immer knapper werdende Ressource, ist ein starker Nachhaltigkeitsbeitrag.

Was ist ihr persönlicher Nachhaltigkeitsbeitrag?

Patrick Koch: So oft wie möglich das eigene Auto stehen lassen, zu Fuß gehen, das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen.